Gründe für Güterausgänge aus dem Lager können sein:
• Materialbereitstellung für die Fertigung bzw. Werkstatt
• Lieferung an den Kunden
• Auffüllen des Verkaufslagers
• Rücklieferung an den Lieferanten
• Umlagerung in ein anderes Lager
• Materialbereitstellung für Prüf- und Wartungszwecken
• Ausschuss alter und verdorbener Ware
In allen Fällen, hat das Lager die angeforderten Gütermengen bereitzustellen.
Lieferzeit und Lieferbereitschaft hängen weitgehend davon ab, wie schnell die Güter im Lager verfügbar sind.
GRUNDLAGEN DER KOMMISSIONIERUNG
Kommissionieren ist das Zusammenstellen von bestimmten Teilmengen (Artikel) aus einer bereitgestellten Gesamtmenge (Sortiment) aufgrund von Bedarfsinformationen (Auftrag). Dabei findet eine Umformung eines lagerspezifischen Zustand in einen verbrauchspezifischen Zustand statt
Bei den Aufträgen kann es sich um einen Kundenauftrag als auch um einen Produktionsauftrag handeln.
Ein Auftrag wird im Lagertechnischen Sinn als KOMMISSION bezeichnet.
Unter Kommissionierer, Greifer oder Picker ist der Mitarbeiter gemeint, der den Auftrag zusammenstellt.
Jede Kommissionierung setzt sich aus einem Informationsfluss, einem Materialfluss sowie der Organisation zusammen.
INFORMATIONSSYSTEM
Im Rahmen des Informationsflusses sind folgende Fragen zu beantworten:
• Wie wird der Kundenauftrag erfasst
• Wie werden Kundenaufträge in Kommissionieraufträge aufbereitet
• Wie werden diese Kommissionieraufträge an die Kommissionierer weitergeleitet
• Wie werden die Entnahmen aus dem Lager durch den Kommissionierer quittiert.
MATERIALFLUSSSYSTEM
Im Rahmen des Materialflusssystemes bei der Kommissionierung sind folgende Fragen zu beantworten:
• Wie wird die Ware bereitgestellt
• Wie bewegt sich der Kommissionierer zu der Ware
• Wie wird die Ware entnommen
• Wie wird die Ware abgegeben / weitergegeben
ORGANISATIONSSYSTEM
Im Rahmen der Organisation bei der Kommissionierung sind folgende Fragen zu beantworten:
• In wie viel Zonen ist die Güterbereitstellung aufgeteilt
• Wie werden die Zonen bei der Kommissionierung durchlaufen
• Für wie viele Aufträge wird die Ware pro Greifvorgang entnommen
• Wie wird die entnommene Menge an Güter weitergegeben.
DAS ERFASSEN EINER KOMMISSION
Die Bestellung von Waren an Kunden kann schriftlich, telefonisch oder über die EDV erfolgen.
Jede Bestellung sollte über eine Kommissionierung zu einer Lieferung an den Kunden führen.
Sie entsprechen also den Kundenaufträgen. Dazu sind Daten der Bestellung zu erfassen, um über ein EDV System festzustellen, ob die Lieferbereitschaft im Lager besteht.
AUFBEREITEN EINER BESTELLUNG
Die Kundenaufträge werden in Kommissionieraufträge umgewandelt. Zusätzlich zu den Bestelldaten erhalten diese noch Informationen für den Kommissionierer zur Erleichterung des Kommissionierauftrages wie Lagerort der Ware, Verpackungsart, Gefahrenhinweise etc.
Es gibt zwei Arten der Aufbereitung
1. batchweiser Auftragsbereitung
hier werden die Bestelldaten eines Tages gesammelt und dann alle auf einmal aufbereitet.
2. Real Time Modus
Die Kundenaufträge werden sofort nach Auftragseingang aufbereitet.
Bei der Aufbereitung über das EDV System können die Kommissionieraufträge geordnet werden:
• Nach Auftragsarten z.B. Normalauftrag, Eilauftrag
• Nach Versandarten z.B. Luft-, See-, Bahnfracht oder per LKW
• Nach Auftragspositionen zur Verkürzung der Wegezeiten
• Nach Güterarten z.B. Kommissionierung schwerer Güter zu erst, damit sie bei der Verpackung „unten“ liegen.
• Nach dem FIFO Prinzip das heißt, zuerst die erst eingelagerte Ware entnehmen.
WEITERGEBEN DER BESTELLUNG
Die Weitergabe des Kommissionierauftrages an den Kommissionierer kann schriftlich oder beleglos erfolgen.
QUITTIEREN DER KOMMSSION
Durch das Quittieren der Kommission nach der Entnahme der Güter wird bestätigt, dass einzelne Positionen oder der gesamte Kommissionierauftrag abgearbeitet wurde.
Die Quittierung kann erfolgen:
• Im Offline Verfahren durch Abhaken oder Streichen der Position auf dem Kommissonierbeleg
• Im Online Verfahren durch Scannen der entnommenen Position
BEREITSTELLEN DER KOMMISSION
Die Bereitstellung der Kommission kann statisch oder dynamisch erfolgen.
Statische Bereitstellung => Mann zur Ware
Die Artikel lagern hier in einem Kommissionierlager. Der Kommissionierer geht oder fährt zu den Lagerplätzen der verschiedenen Artikel du entnimmt die jeweiligen Artikelmengen.
Dynamische Bereitstellung => Ware zum Mann
Hier wird der zu greifende Artikel in einer Palette oder einem Behälter mit Hilfe eines Regalförderzeuges, aus dem meist Computergesteuertem Lager zum Kommissionierer gebracht. Dieser entnimmt die angeforderte Teilmenge. Im Anschluss erfolgt der automatische Rücktransport der angebrochenen Lagereinheit im selben Fördermittel in das Lager.
Bei der Kommissionierung entstehen Fortbewegungsrichtungen. Hier unterscheidet man zwischen eindimensionaler – bzw. Zwei- und mehrdimensionaler Fortbewegung.
Bei der Eindimensionaler Fortbewegung, legt der Kommissionierer zu fuß oder mitfahrend die Strecke zu den Artikel zurück. Als Fördermittel sind Hubwagen, aber auch Transporthelfer wie Handhubwagen oder Sackkarre zu nennen. Die Kommissionierung erfolgt nur bis in Griffhöhe
Vorteile Nachteile
• Geringer Investitionsaufwand
• Flexible Anpassung an schwankende Auftragslage • Schlechte Volumenausnutzung bei meist fester Lagerordnung
• Hoher Flächen- und Raumbedarf da nur in Griffhöhe entnommen wird
• Lange Wege zu den Kommissionierplätzen
• Ermüdung des Kommissionierer durch Laufen, Bücken, Strecken
Zwei- oder mehrdimensionale Fortbewegung
Hier befindet sich der Kommissionierer auf einem gleichzeitig, fahr- und hubfähigen Fördermittel, mit dem er sich horizontal und vertikal bewegen kann. Der höheren Kommissionierleistung und der besseren Raumausnutzung stehen höhere Investitionskosten gegenüber.
ENTAHME DER GÜTER
Unter Entnahme ist das Greifender Güter aus dem Regalfach zur Erfüllen des Auftrages zu verstehen. Die Entnahme kann manuell, mechanisch, oder automatisch erfolgen. Sie richtet sich nach der Art der Güter und der Art der Lagerung.
Manuelle Entnahme
Ist möglich, wenn sich die Güter in Sicht- und Greifbereich des Menschen befinden und per Hand entnommen werden können. Dies ist typisch in Fachbodenregalen.
Mechanische Entnahme
Ist notwendig, wenn Güter zu schwer sind und sich nicht in Sicht- bzw. Greifhöhe des Menschen befinden.
Z.B. in einem Hochregallager
Automatische Entnahme
Diese kommt beim Einsatz von Kommissionierrobotern vor. Sie erzielen eine enorme Kommissionierleistung. Auch die Fehlerquote dieser Roboter ist sehr gering. Allerdings sind die Anschaffungskosten sehr hoch.
ABGABE DER KOMMISSIONIERTEN GÜTER
Nach der Entnahme ist zu entscheiden, in welcher Form die Güter an die nächste Stelle weitergegeben werden sollen.
Die Kommissionierten Güter werden in einem mitgeführten Behälter abgelegt und nach Erledigung des Auftrages einer Auftragsammelstelle (Verpackung) übergeben. Die Güter werden hier nach der Entnahme auf ein Förderband gelegt, dass die Güter zur Sammelstelle transportiert. Die Kommissionierung und Verpackung erfolgt in einem Arbeitsgang. Die Ware wird nach dem Greifvorgang sofort in ein Versandgerechts Behältnis belegt und nach Abschluss des Auftrages geschlossen.
KONTROLLE DER KOMMISSIONIERUNG
Vor der Verpackung wird in der Regel eine Art- und Mengenmäßige Kontrolle durchgeführt.
Es sind zwei Kontrollverfahren möglich.
1. manuelle Kontrolle anhand der Lieferscheine. Sie wird vom Kommissionierer oder einer Kontrollperson durchgeführt
2. automatische Kontrolle
• Überprüfung der Güter mittels Strichcode
• Durch Gewichtskontrolle
Je genauer die Kontrollen sind, desto weniger Reklamationen sind zu erwarten.
KOMMISIONIERMETHODEN
Um Kundenaufträge reibungslos und fehlerfrei abzuarbeiten, werden der grundlegende Methoden der Kommissionierung angewandt.
Hier werden die einzelnen Aufträge in den verschiedenen Lagerzonen nacheinander bearbeitet. Bei dieser Methode durchläuft also jeder Auftrag eine Lagerzone nach der anderen. Hier wird der Auftrag in Teilaufträge getrennt. Die Teilaufträge sind nach Lagerzonen aufgeteilt. Die Kommissionierung kann nun in den einzelnen Lagerzonen gleichzeitig (parallel) erfolgen. Nach der Kommissionierung werden die Teilaufträge wieder zusammengeführt. Es werden Aufträge gesammelt und zu einer Serie zusammengefasst. Innerhalb jeder Serie werden Positionen für die einzelnen Laerzonen aufgeteilt. Somit kann ein bestimmter Artikel, der in mehreren Aufträgen enthalten ist, als Sammelentnahme entnommen werden.
Nach der Entnahme der Artikel werden diese dann wieder auf die einzelnen Aufträge aufgeteilt.
BELEGLOSE KOMMISSIONIERUNG
Bei der herkömmlichen Kommissionierung ist mit einem enormen Papier- und Leseaufwand zu rechnen.
Die beleglose Kommissionierung hilft, die Papierflut einzudämmen und Lesefehler zu vermeiden.
Ablauf einer beleglosen Kommissionierung
• Dem Kommissionierer steht ein Terminal bereit. Es wird ein Kommissionierbehälter gescannt, in dem der Auftrag abgelegt wird.
• Der Kommissionierer betritt nun mit einem Scanner und dem gebuchten leeren Behältnis die Lagerzone die er auf dem Scanner angezeigt bekommt. Er begibt sich zu dem angezeigten Regalfach aus dem das Gut entnommen werden soll.
• Der Scanner zeigt die Anzahl der zu entnehmenden Artikel an. Der Kommissionierer entnimmt die Anzahl vom Lagerort und Scannt gegen.
• Ist die Auftragsposition erledigt, erscheint der nächste Auftrag auf dem Terminal (Scanner)
• Hat der Kommissionierer alle Positionen abgearbeitet, wrd die Kommission geschlossen und der Behälter zur Verpackung gebracht.
• Der Verpacker kann durch scannen des Behälters den Inhalt der gepickten Ware auf dem Terminal erkennen und während er verpackt gleichzeitig die Kontrolle durchführen.
Unter Pick-by-Vision wird die Unterstützung des Kommissionierers in der Lagerlogistik durch visuelle Information in seinem Blickfeld unter Verwendung der Augmented Reality Technologie verstanden. Als ortsunabhängiges Visualisierungsmedium dient dazu eine vom Kommissionierer getragene Datenbrille, ein sogenanntes Head-Mounted Display.
Dem Kommissionierer werden alle für seine Arbeitsaufgabe benötigten Informationen (v. a. Lagerplatz, Artikel, Entnahmemenge) über eine Datenbrille bereitgestellt. Die Daten werden kontextabhängig, d. h. in Abhängigkeit von Ort, Zeit, betrachtetem Blickfeld und Stand der Auftragsbearbeitung angezeigt. Durch ein Positionserfassungssystem („Trackingsystem“) (z. B. eine Kamera mit Bilderkennungssoftware) lässt sich die Position des Kommissionierers und seine Blickrichtung ermitteln und somit die Umgebung mit einzubeziehen. Neben statischen Textinformationen lassen sich somit virtuelle Objekte dynamisch in Abhängigkeit der Blickrichtung anzeigen. Dies können Pfeile zur Navigation oder eine farbige Umrandung des aktuellen Lagerfachs sein. Der Kommissionierer muss auch Informationen in das dahinter stehende System (z.B. Warehouse Management System) online eingeben können. Dabei handelt es sich vor allem um die Quittierung von Vorgängen und das Eingeben des Nulldurchgangs. Diese Interaktionen erfolgen z.B. mit dem Touchpad am mobilen PC, einem Scanner, einer Armtastatur oder durch Spracheingabe. Der genaue Aufbau eines Pick-by-Vision-Systems hängt vom jeweiligen Kommissioniersystem ab, denn z.B. muss das Positionserfassungssystem dem abzudeckenden Arbeitsbereich des Kommissionierers angepasst werden.
Kommissionierung
Güter Kommissionieren
Gründe für Güterausgänge aus dem Lager können sein:
• Materialbereitstellung für die Fertigung bzw. Werkstatt
• Lieferung an den Kunden
• Auffüllen des Verkaufslagers
• Rücklieferung an den Lieferanten
• Umlagerung in ein anderes Lager
• Materialbereitstellung für Prüf- und Wartungszwecken
• Ausschuss alter und verdorbener Ware
In allen Fällen, hat das Lager die angeforderten Gütermengen bereitzustellen.
Lieferzeit und Lieferbereitschaft hängen weitgehend davon ab, wie schnell die Güter im Lager verfügbar sind.
GRUNDLAGEN DER KOMMISSIONIERUNG
Kommissionieren ist das Zusammenstellen von bestimmten Teilmengen (Artikel) aus einer bereitgestellten Gesamtmenge (Sortiment) aufgrund von Bedarfsinformationen (Auftrag). Dabei findet eine Umformung eines lagerspezifischen Zustand in einen verbrauchspezifischen Zustand statt
Bei den Aufträgen kann es sich um einen Kundenauftrag als auch um einen Produktionsauftrag handeln.
Ein Auftrag wird im Lagertechnischen Sinn als KOMMISSION bezeichnet.
Unter Kommissionierer, Greifer oder Picker ist der Mitarbeiter gemeint, der den Auftrag zusammenstellt.
Jede Kommissionierung setzt sich aus einem Informationsfluss, einem Materialfluss sowie der Organisation zusammen.
INFORMATIONSSYSTEM
Im Rahmen des Informationsflusses sind folgende Fragen zu beantworten:
• Wie wird der Kundenauftrag erfasst
• Wie werden Kundenaufträge in Kommissionieraufträge aufbereitet
• Wie werden diese Kommissionieraufträge an die Kommissionierer weitergeleitet
• Wie werden die Entnahmen aus dem Lager durch den Kommissionierer quittiert.
MATERIALFLUSSSYSTEM
Im Rahmen des Materialflusssystemes bei der Kommissionierung sind folgende Fragen zu beantworten:
• Wie wird die Ware bereitgestellt
• Wie bewegt sich der Kommissionierer zu der Ware
• Wie wird die Ware entnommen
• Wie wird die Ware abgegeben / weitergegeben
ORGANISATIONSSYSTEM
Im Rahmen der Organisation bei der Kommissionierung sind folgende Fragen zu beantworten:
• In wie viel Zonen ist die Güterbereitstellung aufgeteilt
• Wie werden die Zonen bei der Kommissionierung durchlaufen
• Für wie viele Aufträge wird die Ware pro Greifvorgang entnommen
• Wie wird die entnommene Menge an Güter weitergegeben.
DAS ERFASSEN EINER KOMMISSION
Die Bestellung von Waren an Kunden kann schriftlich, telefonisch oder über die EDV erfolgen.
Jede Bestellung sollte über eine Kommissionierung zu einer Lieferung an den Kunden führen.
Sie entsprechen also den Kundenaufträgen. Dazu sind Daten der Bestellung zu erfassen, um über ein EDV System festzustellen, ob die Lieferbereitschaft im Lager besteht.
AUFBEREITEN EINER BESTELLUNG
Die Kundenaufträge werden in Kommissionieraufträge umgewandelt. Zusätzlich zu den Bestelldaten erhalten diese noch Informationen für den Kommissionierer zur Erleichterung des Kommissionierauftrages wie Lagerort der Ware, Verpackungsart, Gefahrenhinweise etc.
Es gibt zwei Arten der Aufbereitung
1. batchweiser Auftragsbereitung
hier werden die Bestelldaten eines Tages gesammelt und dann alle auf einmal aufbereitet.
2. Real Time Modus
Die Kundenaufträge werden sofort nach Auftragseingang aufbereitet.
Bei der Aufbereitung über das EDV System können die Kommissionieraufträge geordnet werden:
• Nach Auftragsarten z.B. Normalauftrag, Eilauftrag
• Nach Versandarten z.B. Luft-, See-, Bahnfracht oder per LKW
• Nach Auftragspositionen zur Verkürzung der Wegezeiten
• Nach Güterarten z.B. Kommissionierung schwerer Güter zu erst, damit sie bei der Verpackung „unten“ liegen.
• Nach dem FIFO Prinzip das heißt, zuerst die erst eingelagerte Ware entnehmen.
WEITERGEBEN DER BESTELLUNG
Die Weitergabe des Kommissionierauftrages an den Kommissionierer kann schriftlich oder beleglos erfolgen.
QUITTIEREN DER KOMMSSION
Durch das Quittieren der Kommission nach der Entnahme der Güter wird bestätigt, dass einzelne Positionen oder der gesamte Kommissionierauftrag abgearbeitet wurde.
Die Quittierung kann erfolgen:
• Im Offline Verfahren durch Abhaken oder Streichen der Position auf dem Kommissonierbeleg
• Im Online Verfahren durch Scannen der entnommenen Position
BEREITSTELLEN DER KOMMISSION
Die Bereitstellung der Kommission kann statisch oder dynamisch erfolgen.
Statische Bereitstellung => Mann zur Ware
Die Artikel lagern hier in einem Kommissionierlager. Der Kommissionierer geht oder fährt zu den Lagerplätzen der verschiedenen Artikel du entnimmt die jeweiligen Artikelmengen.
Dynamische Bereitstellung => Ware zum Mann
Hier wird der zu greifende Artikel in einer Palette oder einem Behälter mit Hilfe eines Regalförderzeuges, aus dem meist Computergesteuertem Lager zum Kommissionierer gebracht. Dieser entnimmt die angeforderte Teilmenge. Im Anschluss erfolgt der automatische Rücktransport der angebrochenen Lagereinheit im selben Fördermittel in das Lager.
Bei der Kommissionierung entstehen Fortbewegungsrichtungen. Hier unterscheidet man zwischen eindimensionaler – bzw. Zwei- und mehrdimensionaler Fortbewegung.
Bei der Eindimensionaler Fortbewegung, legt der Kommissionierer zu fuß oder mitfahrend die Strecke zu den Artikel zurück. Als Fördermittel sind Hubwagen, aber auch Transporthelfer wie Handhubwagen oder Sackkarre zu nennen. Die Kommissionierung erfolgt nur bis in Griffhöhe
Vorteile Nachteile
• Geringer Investitionsaufwand
• Flexible Anpassung an schwankende Auftragslage • Schlechte Volumenausnutzung bei meist fester Lagerordnung
• Hoher Flächen- und Raumbedarf da nur in Griffhöhe entnommen wird
• Lange Wege zu den Kommissionierplätzen
• Ermüdung des Kommissionierer durch Laufen, Bücken, Strecken
Zwei- oder mehrdimensionale Fortbewegung
Hier befindet sich der Kommissionierer auf einem gleichzeitig, fahr- und hubfähigen Fördermittel, mit dem er sich horizontal und vertikal bewegen kann. Der höheren Kommissionierleistung und der besseren Raumausnutzung stehen höhere Investitionskosten gegenüber.
ENTAHME DER GÜTER
Unter Entnahme ist das Greifender Güter aus dem Regalfach zur Erfüllen des Auftrages zu verstehen. Die Entnahme kann manuell, mechanisch, oder automatisch erfolgen. Sie richtet sich nach der Art der Güter und der Art der Lagerung.
Manuelle Entnahme
Ist möglich, wenn sich die Güter in Sicht- und Greifbereich des Menschen befinden und per Hand entnommen werden können. Dies ist typisch in Fachbodenregalen.
Mechanische Entnahme
Ist notwendig, wenn Güter zu schwer sind und sich nicht in Sicht- bzw. Greifhöhe des Menschen befinden.
Z.B. in einem Hochregallager
Automatische Entnahme
Diese kommt beim Einsatz von Kommissionierrobotern vor. Sie erzielen eine enorme Kommissionierleistung. Auch die Fehlerquote dieser Roboter ist sehr gering. Allerdings sind die Anschaffungskosten sehr hoch.
ABGABE DER KOMMISSIONIERTEN GÜTER
Nach der Entnahme ist zu entscheiden, in welcher Form die Güter an die nächste Stelle weitergegeben werden sollen.
Die Kommissionierten Güter werden in einem mitgeführten Behälter abgelegt und nach Erledigung des Auftrages einer Auftragsammelstelle (Verpackung) übergeben. Die Güter werden hier nach der Entnahme auf ein Förderband gelegt, dass die Güter zur Sammelstelle transportiert. Die Kommissionierung und Verpackung erfolgt in einem Arbeitsgang. Die Ware wird nach dem Greifvorgang sofort in ein Versandgerechts Behältnis belegt und nach Abschluss des Auftrages geschlossen.
KONTROLLE DER KOMMISSIONIERUNG
Vor der Verpackung wird in der Regel eine Art- und Mengenmäßige Kontrolle durchgeführt.
Es sind zwei Kontrollverfahren möglich.
1. manuelle Kontrolle anhand der Lieferscheine. Sie wird vom Kommissionierer oder einer Kontrollperson durchgeführt
2. automatische Kontrolle
• Überprüfung der Güter mittels Strichcode
• Durch Gewichtskontrolle
Je genauer die Kontrollen sind, desto weniger Reklamationen sind zu erwarten.
KOMMISIONIERMETHODEN
Um Kundenaufträge reibungslos und fehlerfrei abzuarbeiten, werden der grundlegende Methoden der Kommissionierung angewandt.
1. auftragsorientierte, serielle Kommissionierung
2. auftragsorientierte, parallele Kommissionierung
3. serienorientierte, parallele Kommissionierung
auftragsorientierte, serielle Kommissionierung
auftragsorientierte, parallele Kommissionierung serienorientierte, parallele Kommissionierung
Hier werden die einzelnen Aufträge in den verschiedenen Lagerzonen nacheinander bearbeitet. Bei dieser Methode durchläuft also jeder Auftrag eine Lagerzone nach der anderen. Hier wird der Auftrag in Teilaufträge getrennt. Die Teilaufträge sind nach Lagerzonen aufgeteilt. Die Kommissionierung kann nun in den einzelnen Lagerzonen gleichzeitig (parallel) erfolgen. Nach der Kommissionierung werden die Teilaufträge wieder zusammengeführt. Es werden Aufträge gesammelt und zu einer Serie zusammengefasst. Innerhalb jeder Serie werden Positionen für die einzelnen Laerzonen aufgeteilt. Somit kann ein bestimmter Artikel, der in mehreren Aufträgen enthalten ist, als Sammelentnahme entnommen werden.
Nach der Entnahme der Artikel werden diese dann wieder auf die einzelnen Aufträge aufgeteilt.
BELEGLOSE KOMMISSIONIERUNG
Bei der herkömmlichen Kommissionierung ist mit einem enormen Papier- und Leseaufwand zu rechnen.
Die beleglose Kommissionierung hilft, die Papierflut einzudämmen und Lesefehler zu vermeiden.
Ablauf einer beleglosen Kommissionierung
• Dem Kommissionierer steht ein Terminal bereit. Es wird ein Kommissionierbehälter gescannt, in dem der Auftrag abgelegt wird.
• Der Kommissionierer betritt nun mit einem Scanner und dem gebuchten leeren Behältnis die Lagerzone die er auf dem Scanner angezeigt bekommt. Er begibt sich zu dem angezeigten Regalfach aus dem das Gut entnommen werden soll.
• Der Scanner zeigt die Anzahl der zu entnehmenden Artikel an. Der Kommissionierer entnimmt die Anzahl vom Lagerort und Scannt gegen.
• Ist die Auftragsposition erledigt, erscheint der nächste Auftrag auf dem Terminal (Scanner)
• Hat der Kommissionierer alle Positionen abgearbeitet, wrd die Kommission geschlossen und der Behälter zur Verpackung gebracht.
• Der Verpacker kann durch scannen des Behälters den Inhalt der gepickten Ware auf dem Terminal erkennen und während er verpackt gleichzeitig die Kontrolle durchführen.
Belglose Kommissionierung Pick by Vision
Unter Pick-by-Vision wird die Unterstützung des Kommissionierers in der Lagerlogistik durch visuelle Information in seinem Blickfeld unter Verwendung der Augmented Reality Technologie verstanden. Als ortsunabhängiges Visualisierungsmedium dient dazu eine vom Kommissionierer getragene Datenbrille, ein sogenanntes Head-Mounted Display.
Dem Kommissionierer werden alle für seine Arbeitsaufgabe benötigten Informationen (v. a. Lagerplatz, Artikel, Entnahmemenge) über eine Datenbrille bereitgestellt. Die Daten werden kontextabhängig, d. h. in Abhängigkeit von Ort, Zeit, betrachtetem Blickfeld und Stand der Auftragsbearbeitung angezeigt. Durch ein Positionserfassungssystem („Trackingsystem“) (z. B. eine Kamera mit Bilderkennungssoftware) lässt sich die Position des Kommissionierers und seine Blickrichtung ermitteln und somit die Umgebung mit einzubeziehen. Neben statischen Textinformationen lassen sich somit virtuelle Objekte dynamisch in Abhängigkeit der Blickrichtung anzeigen. Dies können Pfeile zur Navigation oder eine farbige Umrandung des aktuellen Lagerfachs sein. Der Kommissionierer muss auch Informationen in das dahinter stehende System (z.B. Warehouse Management System) online eingeben können. Dabei handelt es sich vor allem um die Quittierung von Vorgängen und das Eingeben des Nulldurchgangs. Diese Interaktionen erfolgen z.B. mit dem Touchpad am mobilen PC, einem Scanner, einer Armtastatur oder durch Spracheingabe. Der genaue Aufbau eines Pick-by-Vision-Systems hängt vom jeweiligen Kommissioniersystem ab, denn z.B. muss das Positionserfassungssystem dem abzudeckenden Arbeitsbereich des Kommissionierers angepasst werden.